„Nachhaltiges Bauen“ ist keine Phrase, sondern wird in allen Bereichen unseres Schulneubaues ernst genommen und umgesetzt. Durch die angestrebte BNB-Zertifizierung wird die Nachhaltigkeit unserer Immobilie bewertbar und damit vergleichbar gemacht.

Durch die Lebenszyklusbetrachtung werden in unserem Neubau die Bauprodukte vor dem Hintergrund verschiedener Aspekte, wie z. B. Energiebedarf und Emissionen bei der Herstellung, Dauerhaftigkeit oder Rückbau- und Recyclingfähigkeit betrachtet. Gleichzeitig gilt es ökologisch unbedenkliche und emissionsarme Baustoffe einzusetzen, um Mensch und Umwelt zu schützen.

Für ein gutes Raumklima ist es entscheidend, dass Bauteile in gewisser Hinsicht „atmen“ können, also ein bestimmtes Maß an Luftzirkulation stattfindet. Deshalb hat man sich bei unserem Schulneubau für den Einsatz von Dampfbremsen entschieden. 

Herkömmlich werden für Dampfbremsen diffusionsdichte Folien aus Polyethylen (PE) verwendet. PE ist beständig gegen Wasser, viele Säuren, Laugen und Salzlösungen. Das bedeutet im Umkehrschluss - es verrottet extrem langsam.
Die Verrottung einer PE-Einkaufstüte bspw. kann bis zu 1000 Jahre dauern!

Für unseren Schulneubau werden als Dampfbremse lediglich Grobspanplatten (OSB) verwendet, die mit den angrenzenden Bauteilen (Holz, Mauerwerk und Trockenbau) verklebt werden. Auf den Einsatz von PE-Folie wird komplett verzichtet. 
Wenn innerhalb der Hausstruktur unserer Schule  einmal Veränderungen notwendig sind, dann stellt dies keine Belastung für die Umwelt dar, denn OSB Spanplatten sind letztendlich komplett kompostierbar. Der beim Kompostieren freigesetzte organische Stickstoff aktiviert das Wachstum von Mikroorganismen und stellt einen nützlichen Nährstoff für die Vegetation dar.
 

Die beiden Gebäudeteile unseres neuen Schulhauses sind durch einen zweigeschossigen Übergang mitein-ander verbunden. 

In die Böden bzw. Decken dieses Überganges wurden sogenannte Hohlkörper einbetoniert. Diese bestehen aus hochprozentigem Recycling-Kunststoff, sind innen hohl und reduzieren somit das Gewicht des verbindenden Gebäudeteils, sorgen aber gleichzeitig für genügend Stabilität trotz schmaler Betondecken.
 

Um die Sicherheit im Brandfall zu erhöhen und die Gesundheitsrisiken beim Einatmen von Rauchgasen zu verringern, ist das neue Schulhaus 100% halogenfrei. Dadurch werden im Brandfall keine ätzenden oder giftigen Gase freigesetzt. 
Halogenhaltige Werkstoffe können sich z.B. im Isoliermantel von Kabeln und Dämmstoffen befinden und sind in unserem neuen Schulhaus durch halogenfreie, schwer entflammbare Materialien komplett ersetzt worden. 
 

Das Dach unseres neuen Schulhauses ist ein typisches Satteldach. Dieses wird mit einer Einblasdämmung aus recyceltem Zeitungspapier (THERMOFLOC) gedämmt:

Die Sparren des Daches erhalten eine Schalung, sodass ein Hohlraum zwischen den Balken entsteht. Dieser Hohlraum wird dann mit den recycelten Zeitungspapierfestzen befüllt, indem diese einfach eingeblasen werden. Dadurch entsteht kein Verschnitt von Dämmmaterial, welches wieder entsorgt werden müsste.

Unser neues Schulhaus wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) zertifiziert.

Dieses Zertifizierungssystem wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entwickelt und zeichnet Gebäude, die sehr nachhaltig und effizient sind, aus.

Unser Schulhaus soll ein Gold-Zertifikat erhalten, das ein Gebäude mit den höchsten ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen und technischen Qualitäten kennzeichnet.

Insgesamt 57 Dachgauben werden für das Mansardgeschoss unseres neuen Schulhauses in der Zimmerei Seeliger in Berthelsdorf angefertigt.

Der Sohn von Zimmermann Mike Seeliger besucht selbst die Zinzendorfschulen und Zimmermann Emil Weidner hat 2014 sein Abitur an den Zinzendorfschulen absolviert.

Die Regionalität der Unternehmen und eingesetzten Materialien spielt, neben der Reduzierung der CO2-Emmission, ebenfalls eine wichtige Rolle beim nachhaltigen Bauen.

Die Stützen für das Mansardgeschoss unseres neuen Schulhauses werden vor Ort aus Beton angefertigt. Im Vergleich zu Stahlstützen, bei deren Fertigung eine hohe CO2-Emission zu verzeichnen ist und den Wegfall des Transportes sparen wir pro Stütze 60,9 kg CO2.

Insgesamt werden 23 Betonstützen benötigt, somit werden 1.393,8 kg CO2 eingespart – das ist genau soviel CO2 wie 260 Waschgänge bei 60°C verursachen.

Die Hölzer und Holzprodukte, die für unseren Schulneubau (z.B. für  Dachstuhl oder Fenster) verwendet werden sind mit dem FSC Siegel (Forrest Stewardship Council) zertifiziert. Das heißt, dass alle Hölzer aus nachhaltiger und verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammen.

Das FSC-Standard versichert, das Pflanzen, Tiere und Einwohner des Waldes geschützt und nachhaltig behandelt werden.

Für die Außenwände unseres Schulhauses werden sogenannte Bisotherm-Steine verwendet. Der natürliche Hauptbestandteil Bims zeichnet sich durch sein geringes Gewicht, eine hohe Druckfestigkeit und hervorragende Isoliereigenschaften aus. Somit kann auf eine zusätzliche Dämmschicht verzichtet werden und im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise (Leichtbeton-Stein + Dämmung) insgesamt 59,2t CO2 eingespart werden. Dies entspricht der Menge, die ein PKW bei 12maliger Erdumrundung (ca. 500.000 km) ausstößt.

Ähnlich wie in einem Fachwerkhaus gibt es in unserem neuen Schulhaus tragende Säulen und nicht tragende Zwischenwände. Dadurch ist es ohne großen Aufwand möglich, die Schulräume zu verändern und das Raumkonzept des Gebäudes an Änderungen des pädagogischen Konzeptes oder auch selbst einer späteren Umnutzung anzupassen.

Fachleute sprechen von einem langen Lebenszyklus des Gebäudes.

Unser Ziel ist es auf der Baustelle möglichst wenig Restmüll zu haben und den Großteil der Abfälle zu recyceln. Dies wird in einer „Abfallbilanz“ dokumentiert. Sie zeigt Art, Menge und Verbleib der beseitigten Abfälle an.

Übrigens: Unsere Baustelle hat eine bessere Abfallbilanz als ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland.

Wir haben eine „leise“ Baustelle: Alle zwei Wochen werden Schallschutz-Messungen durchgeführt. Der Geräuschpegel der Baustelle beträgt durchschnittlich 58 Dezibel (db).

Ab 60 db wird ein Geräusch als störend empfunden.
Der vorbeifahrende Verkehr (z.B. LKWs) lässt den Geräuschpegel zeitweise auf über 70 db ansteigen.

Für die Errichtung der Innenwände unserer neuen Schule werden rund 40.000 luftgetrocknete Lehmziegel benötigt.

Durch den Verzicht auf den Brennvorgang wird im Vergleich zu herkömmlichen Kalkziegeln soviel CO2 eingespart, wie ein Mittelklasse-PKW ausstößt, der knapp 7 Mal die Welt umrundet (entspricht etwa 40.600 kg CO2).